| Beschreibung: | Der Gesteinsgarten von Gommern zeigt derzeit über 250 Gesteinsblöcke von über 210 Fundorten in Größe von durchschnittlich 1 – 4 t (max. 70 t). Er dürfte die größte und umfassendste Sammlung von Natursteinen und Pflastersteinen aus Granit oder Marmor aus Deutschland und Europa darstellen. Die Stadt Gommern liegt unweit von Magdeburg und ist zu erreichen über die Autobahnen A 2 (Abfahrt Burg-Zentrum) und A 14 (Abfahrt Schönebeck) sowie über die Bundesstraßen 184 und 246 A. Der Gesteinsgarten ist landschaftlich schön gelegen im Süden der Stadt am ehemaligen Steinbruchsee "Kulk"; er schließt sich unmittelbar an das Hotel "Robinienhof" mit großem Parkplatz (Zufahrt Salzstraße in Richtung Schönebeck) an. Aus Deutschland (alle Bundesländer außer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern) sind fast sämtliche Festgesteine vertreten, die oberflächennah anstehen und heute noch in Steinbrüchen gewonnen werden: von Ruhrgebiet und Eifel im NW, Weserbergland, Flechtinger Scholle und Harz im N, Rüdersdorf b. Berlin und Lausitz im Osten, Saar und Hunsrück im W, bis zu Allgäu, Alpen und Bayerischem Wald im S. Weitere Exponate stammen aus Ungarn (12), Österreich (8), Frankreich, Spanien, Bulgarien, Slowakei und Polen (je 1). Skandinavien ist durch eiszeitliche Findlinge aus dem Deckgebirge der Braunkohle (16) repräsentativ vertreten. "Exoten" sind ein Fuchsitquarzit aus Nordnorwegen, Lavaproben aus Island und ein Serpentinit aus Kuba. Von der geologischen Entstehung her sind fast alle Gesteinsarten vorhanden: Tiefengesteine (Granite, Granodiorite, Syenit, Diorit, Gabbro), Ergußgesteine (Rhyolithe, Diabase, Basalte, Phonolith, Tuffe u.a.), Sedimentgesteine aller Gruppen (Glanzstücke sind: Lithografenkalkstein, Knollenquarzit, Travertin, ein verkieselter Baumstamm aus der Braunkohle, ein Suevit u.a.). Umwandlungsgesteine sind sowohl aus Kontaktmetamorphose (Hornfelse, Fruchtschiefer u.a.), aus Regionalmetamorphose (Tonschiefer, Gneise, Granulite, Amphibolite, Marmore), als auch aus Stoffumwandlung (Serpentinite, Migmatit, Turmalinfels u.a.) vertreten. Die typischen Gangminerale Quarz, Kalkspat, Schwerspat und Flußspat gestatten Bezüge zu entsprechenden Gangerzvorkommen. Weitere Erze sind vertreten mit Kupferschiefer, Bauxit und verschiedenen Eisenerzen, u.a. vom Erzberg aus der Steiermark. Die Entwicklung der Steinbruchtechnologie ist an zahlreichen Bearbeitungsspuren der Blöcke abzulesen (Bohren, Behauen, Schneiden, Schleifen, Polieren). Beliebte Schmucksteine für repräsentative Bauten und Bildhauerarbeiten sind zu sehen (Marmore, Serpentine, Travertin, Talkschiefer, Kalksteine u.a.). Zur Ergänzung wird ein Besuch der Ausstellung "Zeitzeugen" der Steinbruch- und Erdölindustrie Gommerns empfohlen (Anmeldung erforderlich). Der Gesteinsgarten ist ab 1994 entstanden mit Hilfe von ABM-Maßnahmen und mit Unterstützung durch die Stadt Gommern, durch die Erdöl-Erdgas GmbH und weitere Unternehmen sowie durch das Hotel. Die Blöcke wurden von der Steinbruchindustrie gesponsert. Spenden von Institutionen, Firmen, Vereinen und Privatpersonen ermöglichten die Transporte. Der Gesteinsgarten ist zu jeder Jahreszeit frei zugänglich. Er steht unter Leitung des ehrenamtlichen Vereins "Gesteinsgarten". |